Was ist Menschenhandel?
Menschenhandel ist ein schwerer Verstoß gegen grundlegende Menschenrechte und die Menschenwürde. Der Begriff umfasst den Handel in die sexuelle Ausbeutung und in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse.
Da überwiegend Frauen betroffen sind, wird häufig auch von Frauenhandel gesprochen.

Wann liegt Menschenhandel vor?
Menschenhandel liegt vor, wenn Menschen unter Ausnutzung einer Zwangslage oder einer auslandsspezifischen Hilflosigkeit der exzessiven Ausbeutung ihrer Arbeitskraft ausgesetzt sind. Der Straftatbestand des Menschenhandels führt vier besondere soziale Verhältnisse an, in denen Menschen in diese extreme Ausbeutung gezwungen werden. Diese sind die Sklaverei, die Leibeigenschaft, die Schuldknechtschaft und das asymmetrische Beschäftigungsverhältnis. Dabei sind die Formen des ausgeübten Zwangs vielfältig. Er kann durch direkte physische Gewalt oder durch Androhung derselben, Erpressung, unrechtmäßiges Einbehalten von Dokumenten und verdientem Geld, Isolation und Betrug ausgeübt werden.

Was sind die Ursachen des Menschenhandels?
Ursächlich für den Menschenhandel sind vor allem das weltweite Armutsgefälle, die zunehmende Perspektivlosigkeit in den Herkunftsländern der Opfer, die restriktive Migrationspolitik der westeuropäischen Länder sowie die immens hohen Gewinne, die mit diesen kriminellen Geschäften gemacht werden. Für die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke und Einzeltäter/innen besteht ein vergleichsweise geringes Risiko, für diese Straftaten angeklagt und verurteilt zu werden.

Wie wird Menschenhandel bekämpft?
Die Bekämpfung des Menschenhandel und die bedarfsgerechte Unterstützung der Opfer erfordert eine flexible, strukturierte und konsequente Abstimmung aller beteiligten Akteure. Die polizeilichen Ermittlungen sind aufwendig und zeitintensiv, da diese Straftaten oft nur durch den Personenbeweis, d.h. durch die persönliche Zeugenaussage der Opfer, zur Anklage gebracht werden können. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist der wirksame Schutz und die umfassende, nachhaltige Unterstützung der Opfer.